Auf geht-s-der Reha-Podcast!

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Transkript

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00:00:00: Stillstand bedeutet nicht automatisch, dass Rehabilitation gescheitert ist.

00:00:04: Aber erbrochene Entscheidung!

00:00:07: Schön, dass ihr wieder dabei seid bei einer neuen Sendung von Auf geht's der REHA-Podcast.

00:00:11: Heute geht es um stillstand im REHA Verlauf.

00:00:15: Wann ist abwarten sinnvoll?

00:00:18: Wann muss nachgesteuert werden und wann braucht das eine andere Richtung?

00:00:24: Mehr dazu nach dem Intro.

00:00:41: Ich erzähle euch heute mal von Reif.

00:00:50: Name und Details sind natürlich verändert, nach einer schweren Handverletzung arbeitete er konsequent an Beweglichkeit und Kraft.

00:00:58: Die ersten Monate brachten deutliche Fortschritte.

00:01:04: Dann änderte sich kaum noch etwas und die Behandlung lief weiter.

00:01:08: Die Berichte klangen ähnlich, und Ralf wurde zunehmend ungeduldig.

00:01:15: Die eine Seite sagte das braucht einfach Zeit.

00:01:19: Eine andere Seite sagte dann ja wollen wir die Therapieintensität erhöhen?

00:01:25: Ralf selbst fragte sich ob überhaupt noch jemand einen Plan hatte.

00:01:31: Stillstand ist so nix ne Beobachtung Aber noch keine Erklärung.

00:01:43: Bevor wir entscheiden, müssen wir genauer beschreiben was steht eigentlich still?

00:01:49: Ein Messwert eine konkrete Tätigkeit die Rückkehr zur Arbeit oder vielleicht nur die Erwartung das Fortschritt immer gleichmäßig sein müsse?

00:02:02: Der erste Entscheidungsweg ist ein bewusstes Abwarten.

00:02:06: Das kann richtig sein wenn Heilungsprozesse Zeit brauchen und der verlauffachlich nachvollziehbar ist.

00:02:14: Abwarten heißt aber nicht, nichts zu tun.

00:02:16: es braucht einen Zeitraum ein Ziel und ja einen festgelichten Prüfpunkt.

00:02:23: Der zweite Weg ist Nachsteuern.

00:02:26: vielleicht ist die Maßnahme grundsätzlich nicht passend Aber die Dorsierung Häufigkeit, Hilfsmittel oder Alltagsübertragung stimmen nicht Bei.

00:02:37: Ralf zeichte sich das er in der Therapie gute Bewegung erreichte, sie in seinem Arbeitsalltag aber wirklich kaum nutzen konnte.

00:02:48: Die Übungen waren zu wenig auf seine tatsächlichen Tätigkeiten ja bezogen.

00:02:53: Der dritte Weg ist eine Richtungsänderung.

00:02:57: Das kann bedeuten das Ziel anzupassen eine zweite fachliche Einschätzung einzuholen oder berufliche Alternativen zu prüfen.

00:03:09: Änderung ist nicht automatisch ein Aufgeben.

00:03:12: Manchmal ist sie die ehrlichste Form von Rehabilitationen.

00:03:19: Dranbleiben ist wichtig, aber dranbleibend heißt nicht endlos dasselbe zu wiederholen.

00:03:29: Für eine gute Entscheidung nutze ich drei Fragen.

00:03:32: Kerstens haben wir eine plausible Erklärung für diesen Stillstand?

00:03:39: Zweitens gibt es eine konkrete Veränderung, die wir ausprobieren können.

00:03:45: Und drittens, woran erkennen wir nach einer vereinbarten Zeit ob diese Veränderungen ja wirkt?

00:03:54: Wenn diese Fragen unbeantwortet bleiben entsteht leicht Akzumismus.

00:04:00: dann kommen mehr Termine neue Anträge oder wechselnde Maßnahmen hinzu ohne dass das Kernproblem so wirklich geklärt ist.

00:04:12: Weil Ralf wurde zunächst das Tätigkeitsprofil seines Arbeitsplatzes genauer angesehen, welche Griffe Gewichte und Wiederholung waren tatsächlich erforderlich?

00:04:25: Die Therapienamen ausgewählte Arbeitsbewegungen mit auf?

00:04:30: parallel wurden geprüft ob technische Hilfen und eine veränderte Aufgabenverteilung möglich waren.

00:04:39: Nach einem vereinbarten Zeitraum zeigte sich, einige Tätigkeiten wurden besser.

00:04:45: Andere blieben trotz Anpassung nicht zuverlässig möglich, will ich mal sagen.

00:04:50: Damit gab es endlich eine Grundlage für das nächste Gespräch.

00:04:54: Nicht Hoffnung gegen Skepsis sondern beobachtetbare Informationen.

00:05:02: Stillstand kann auch durch Faktoren außerhalb der eigentlichen Verletzung entstehen.

00:05:09: Schlaf, Schmerzen, psychische Belastungen, familiäre Sorgen und ja auch ungeklärte finanzielle Fragen können Fälle auf wirklich beeinflussen.

00:05:20: Diese Faktoren dürfen nicht vorschnell irgendwie bewertet werden.

00:05:24: sie müssen angesprochen und bei Bedarf wirklich fachlich abgeklärt werden.

00:05:28: Wenn du selbst betroffen bist frag nach einem konkreten Prüfpunkt.

00:05:33: also was soll sich bis wann verändern?

00:05:36: Was passiert, wenn das nicht eintritt?

00:05:42: Wenn du als Anwälterin oder Anwalt so ein Fall begleitest, achte auf wiederkehrende Berichte ohne eine wirklich neue Einordnung.

00:05:52: Bitte um verständliche Begründung für Fortsetzung, Anpassung und ja den Wechsel!

00:05:59: Bei einer Haarpflichtversicherung vielleicht Arbeit.

00:06:02: ist es dann kein Grund für so eine automatische Zustimmung oder eine automatischen Ablehnung.

00:06:09: Eine strukturierte Verlaufsbewertung hilft beiden Seiten.

00:06:14: Für Behandler- und Drehmanagement gilt Unterschiede zwischen Messwert, Alltag ja und berufliche Anforderungen müssen sichtbar gemacht werden.

00:06:26: Relf kehrte nicht wirklich vollständig in seine frühere Tätigkeit zurück.

00:06:30: Ein Teil seiner Aufgaben wurde verändert, andere übernahm er wieder so schrittweise.

00:06:37: der Verlauf entsprach nichts.

00:06:41: seinem ursprünglichen Wunsch also nicht wirklich aber die Entscheidung war transparent, überprüft und gemeinsam vorbereitet worden und das war super wichtig.

00:06:55: stillstand sollte immer über einen ausreichend langen Zeitraum bewertet werden.

00:07:02: Am Tagesform und so einzelne Messungen können schwanken, und es ist ein erkennbares Muster unter vergleichbaren Bedingungen.

00:07:11: Genauso wichtig ist natürlich die Qualität der bisherigen Umsetzung von Maßnahmen.

00:07:16: Eine Maßnahme kann wirkungslos erscheinen wenn Termine häufig ausfallen oder Empfehlungen im Alltag nicht umgesetzt werden können und vor einer Richtungsänderung sollte deshalb lieber geklärt werden, ob der bisherige Weg tatsächlich erprobt wurde.

00:07:35: Dabei geht es ja nicht um Schuld sondern es geht um realistische Bedingungen.

00:07:42: eine zweite fachliche Einschätzung kann zum Beispiel sinnvoll sein wenn Befunde widersprüchlich bleiben oder die Begründung für die Fortsetzung nicht so wirklich nachvollziehbar ist.

00:07:56: Und sie sollte eine ganz konkrete Fragestellung haben, auch Ziele können natürlich veralten.

00:08:05: was zu Beginn erreichbar und wichtig wirkte passte Monate vielleicht später überhaupt nicht mehr.

00:08:12: und sogar zur Lebenssituation.

00:08:16: dann braucht es natürlich eine gemeinsame neue Priorität.

00:08:21: Bei der Nachsteuerung sollte möglichst nur eine wesentliche Veränderung auf einmal erfolgen.

00:08:28: Das macht nur Sinn, sonst lässt sich später nicht so wirklich erkennen welche Anpassung tatsächlich hilfreich gewesen ist.

00:08:37: Ein Prüfzeitraum braucht Datum und beobachtbare Kriterien.

00:08:44: Formulierungen wie zunächst weiter machen oder bei Bedarf reichen nicht so in so einen stockenden Verlauf aus.

00:08:55: Ebenso wichtig ist ein Plan für den Fall, dass keine Veränderung eintritt.

00:09:02: Welche Alternative wird dann überhaupt geprüft?

00:09:06: Wer trifft Entscheidungen und welche Informationen fehlen überhaupt noch?

00:09:16: Stillstand kann emotional sehr belastend sein.

00:09:20: Betroffene erleben ihn leicht als persönliches Versagen.

00:09:26: Eine sachliche Auswertung muss deshalb klar von Vorwürfen und vorschnellen Prognosen wirklich getrennt bleiben, ein guter Prozess hält Hoffnung und Realismus zusammen.

00:09:41: er verspricht keinen bestimmten Ausgang zeigt aber welcher nächste Schritt so wirklich verantwortbar und überprüfbar ist.

00:09:54: Gerade bei längeren Plateaus sollte außerdem vereinbart werden, wer die Ergebnisse zusammenführt.

00:10:01: Meistens der Reha-Manager.

00:10:02: Sonst liegen nämlich neue Befunde vor ohne dass daraus eine gemeinsame Entscheidung entsteht.

00:10:10: Mein Merksatz für diese Sendung lautet deshalb Bei Stillstand braucht es keine reflexhaften Maßnahmen sondern eine begründete Entscheidung mit einem neuen Prüfpunkt.

00:10:25: Das war es von mir.

00:10:26: Ich wünsche euch eine schöne Zeit, wie immer bleibt vor allem gesund und bis vielleicht in zwei Wochen.

00:10:50: Tschüss!

Über diesen Podcast

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.

von und mit Jörg Dommershausen

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