Auf geht-s-der Reha-Podcast!
00:00:00: Fünf Therapien in der Woche können viel Behandlung bedeuten und trotzdem keinen gemeinsamen Reha-Plan.
00:00:06: Anders gesagt, der Kalender ist so richtig voll aber die Richtung fehlt!
00:00:11: Heute geht es um Heilbehandlung ohne Gesamtplan also um die Frage warum so viele einzelne Maßnahmen noch lange keine Reha ergeben?
00:00:20: Und warum Terminkalender manchmal beeindruckender aussieht als so der tatsächliche Fortschritt wie immer mehr nach dem Intro.
00:00:42: Ich erzähle euch heute von Sabine.
00:00:52: Namen und Einzelheiten sind natürlich verändert worden von mir, nach einem Unfall hatte sie Verletzungen an der Schulter am Bein und anhaltende Schmerzen.
00:01:02: Ihr Kalender war wirklich ordentlich gefüllt mit Physiotherapie, Ergotherapie, Schmerzbehandlung.
00:01:10: Termine bei Ärzten.
00:01:11: und ja sie hat auch noch ein eigenes Trainingsprogramm aufgelegt.
00:01:15: Und wenn Termine alleine gesund machen würden dann wäre Sabine wahrscheinlich kurz vor der Olympianorm gewesen.
00:01:25: Das Problem war nur ihr Alltag wurde nicht so wirklich leichter.
00:01:30: Sie war fast jeden Tag unterwegs und nach den Terminen häufig völlig erschöpft.
00:01:36: Die Physiotherapie wollte die Beweglichkeit verbessern, die Agotherapie übte Alltagsteglichkeiten und im Schmerzbereich ging es um Belastungssteuerung.
00:01:49: Alles für sich nachvollziehbar.
00:01:52: nur miteinander gesprochen hatten die Therapieziele offenbar nicht wirklich viel.
00:01:59: Sabine versuchte, überall möglichst gut mitzumachen.
00:02:03: Sie war also eine sehr zuverlässige Patientin immer pünktlich.
00:02:07: nur zu Hause fehlte ihr dann allerdings die Kraft für Einkaufen Kochen und Familie.
00:02:16: Und genau da liegt das Problem.
00:02:18: der volle Kalender war ein Teil des Problems geworden.
00:02:23: Realitation braucht Behandlung, natürlich klar.
00:02:26: Aber Rehabilitation ist mehr als nur die Summe einzelner Behandlungen.
00:02:33: Fünf gute Einzelmaßnahmen ergeben nicht automatisch einen guten Gesamtplan genauso wenig wie fünf Navidationsgeräte helfen wenn jedes ein anderes Ziel irgendwie so eingegeben bekommen hat.
00:02:51: Ein Gesamt Plan verbindet die Maßnahmen mit einem übergeordneten Ziel.
00:02:57: Dieser Gesamtplan erklärt Reihenfolge, Zuständigkeiten Belastung und Prüfpunkte.
00:03:04: Also was machen wir?
00:03:06: Warum machen wir das überhaupt?
00:03:08: Wer schaut drauf?
00:03:10: Und warum prüfen wir ob es etwas überhaupt bringt?
00:03:14: Wann prüpen wird das dann überhaupt?
00:03:17: Das heißt übrigens nicht dass alle Fachleute jeden Dienstag um neun Uhr zu einer zweiständigen Rehrkonferenz antreten wie das manchmal so in Kliniken ist.
00:03:26: Das wäre vermutlich schon mal die nächste Belastung, nächster Termin.
00:03:31: D.h.,
00:03:32: nur die wesentlichen Ziele müssen bekannt sein und zusammenpassen.
00:03:40: Bei Sabine erlaubete das wichtigste Alltagsziel zunächst einmal einen geregelten Vormittag zu Hause für Bewältigen und Verbringen können und danach noch genügend Kraft führen kurzen Weg außer Haus zu haben.
00:03:55: Plötzlich konnte man die Termine an etwas konkreten prüfen.
00:03:58: Welche Therapie trägt dazu bei?
00:04:01: Welche Belastung entsteht durch Fahrt, Parkplatzsuche und Wartezeiten?
00:04:08: Und was lässt sich so zusammenlegen?
00:04:10: und wo produziert der gute Wille gerade mehr Erschöpfung als Fortschritt?
00:04:17: Es zeigte sich, dass zwei Tanene an aufeinander folgenden Tagen regelmäßig zum Einbruch geführt haben.
00:04:24: Das war keine Frage von mangelnder Motivation oder so sondern Sabine hatte wirklich Motivations genug.
00:04:32: Die Gesamtbelastung war schlicht nicht mitgedacht worden.
00:04:37: ein Waldrapunkt waren unterschiedliche Empfehlungen.
00:04:41: eine Seite riet eher zur Schonung Die andere Seite deutlich zur Steigerung.
00:04:48: Sabine stand so wirklich dazwischen und fragte sich, sinngemäß soll ich jetzt Gas geben oder die Handbremse ziehen?
00:04:56: Solche Widersprüche müssen natürlich fachlich geklärt werden.
00:05:00: Reha-Management ersetzt keine medizinischen Entscheidungen.
00:05:05: Mediziner sind eine Hilfe dabei – das ist wichtig!
00:05:10: kann dafür sorgen, dass die Frage bei den richtigen Fachleuten landet und nicht wochenlang irgendwie im Raum herum steht.
00:05:20: Dafür haben wir natürlich ein Netzwerk.
00:05:23: Koordination bedeutet nicht medizinische Inhalte vorzugeben.
00:05:28: Koordination bedeutet das Entscheidungen zusammenpassen und beim Betroffenen in dem Fall Sabine auch wirklich ankommen.
00:05:38: Der Rehaplan wurde angepasst, Termine wurden so weit wie möglich gebündelt und teilweise auch so richtig auseinandergezogen entzehrt.
00:05:47: Es entstand zwischen den einzelnen Behandlungsfraktionen gemeinsames Verständnis dafür welche Belastung wirklich aktuell sinnvoll war.
00:05:56: Und nach einigen Wochen wurde nicht gefragt wie viel Termine Sabine schon geschafft hat sondern was hat sich an ihrem Alltag verändert?
00:06:05: Das ist ein kleiner Unterschied in der Frage, aber ein ziemlich großer Unterschied in der Realitation.
00:06:15: Maßnahmen sind Mittel.
00:06:17: Fortschritt zeigt sich an Funktionen, Aktivitäten und Teilhabe oder einfacher gesagt nicht der Stempel auf dem Terminzettel zählt sondern ja ob das Leben wieder bisschen besser funktioniert und auch mehr Spaß macht.
00:06:37: Manchmal ist so eine zusätzliche Therapie genau richtig und manchmal ist es aber erklüger, erst die vorhandenen Maßnahmen zu sortieren und ihre Wirkung ja zu beobachten.
00:06:50: Noch ein Termin oben draufzulegen ist jedenfalls nicht automatisch Ream-Management.
00:06:55: das kann auch einfach nur Kalendertretris sein oder werden.
00:07:00: Ja!
00:07:01: Auch Doppelwegekomforten.
00:07:03: zwei Stellen erheben Die selben Informationen während eine wichtige Frage zum Beispiel, der Weg zur Arbeit und zurück unbeantwortet bleiben.
00:07:16: Dann wissen am Ende die Leute wie weit die Schulter bewährt werden kann.
00:07:21: aber keiner weiß so richtig wie der Montagmorgen funktionieren soll.
00:07:27: auch da bedeutet ein Gesamtplan schafft keine Garantie.
00:07:30: das wäre wirklich schön und das gibt es aber nicht im Leben.
00:07:35: Er macht jedoch sichtbar, warum etwas gemacht wird, wer verantwortlich ist und wann neu entschieden und geplant werden soll.
00:07:44: Wenn du selbst betroffen bist fragt bei jeder Maßnahme welches konkrete Ziel verfolgen wir hier eigentlich?
00:07:53: Woran merke ich im Alltag eine Veränderung und wie passt die Maßnahme zu meinen anderen Terminen, die ich so habe?
00:08:02: Wenn du anwältin oder Anwalt bist und so ein Fall begleitest, schau auf Lücken und Überschneidung.
00:08:09: Viele Rechnungen und viele Berichte zeigen zunächst nicht einmal viel Aktivität auf.
00:08:15: sie beweisen noch nicht dass ja wirklich immer den Gesamtverlauf steuert.
00:08:22: wenn du bei einer Haftpflichtversicherung arbeitest hilft dir ein Gesamtplan dabei Bedarf und Verlauf nachvollziehbar so zu beurteilen.
00:08:34: So lassen sich zum Beispiel unnötige Kosten- und Doppelwege vermeiden, ohne notwendige Versorgung vorschnell auch wegzukürzen.
00:08:43: Und wenn du Behandlerin oder Behandler bist kann schon eine kurze Rückmeldung zur Zielbelastungsgrenze und der nächsten Prüfpunkt für alle Beteiligten enorm hilfreich sein natürlich mit der passenden Einwilligung, in dem Fall von Sabine.
00:09:05: Bei Sabine wurde der Kalender am Ende wirklich tatsächlich leerer.
00:09:09: das fühlte sich für Sie zu nichts mal wirklich merkwürdig an fast so als würde sie weniger Termine automatisch mit ja weniger Hilfe verknüpfen.
00:09:20: aber genau das Gegenteil passierte wirklich.
00:09:23: sie gewann wieder Zeit des gelernte wirklich im Alltag anzuwenden.
00:09:28: Inzwischen den Therapien finden ja bekanntlich auch noch andere Dinge statt, das Leben zum Beispiel.
00:09:38: Fortschritt zeigte sich bei Sabine nicht in der Zahl der Termine.
00:09:44: Es zeigete sich daran dass sie ihren Vormittag besser bewältigen und nach dem Fahrten weniger Erholung brauchte.
00:09:53: ein Gesamtplan beginnt deshalb mit einer einfachen Bestandsaufnahme Welche Maßnahmen laufen, wer hat sie empfohlen?
00:10:02: Welches Ziel verfolgen Sie und welche Belastung entsteht durch die Durchführung, durch Anfahrt, durch Wartezeiten usw.
00:10:12: Und danach schaut man auf die Abhängigkeiten.
00:10:15: Manche Therapien setzen eine ausreichende Schmerzsteuerung voraus.
00:10:22: Meine berufliche Erprobung ist vielleicht erst sinnvoll wenn Mobilität und so eine Tagesstruktur stabil genug sind.
00:10:35: Und ja, auch Pausen gehören in einen REA-Plan.
00:10:39: Eine Pause ist nicht automatisch ein Leerlauf, denn wenn jede freie Stunde mit einer weiteren Maßnahme gefüllt wird, fehlt irgendwann die Zeit für Erholung.
00:10:54: Ein Waldrappunkt ist natürlich die Dokumentation.
00:10:59: Berichte sollten nicht nur sagen, ja Behandlung wird fortgesetzt das ist ungefähr so aussagekräftig wie wir fahren weiter sondern ja spannend wäre zusätzlich zu wissen wohin warum und woran merken wir dass wir den zielen näher kommen.
00:11:21: wenn eine maßnahme keine erkennbare wirkungszeit braucht es Eine fachliche Auswertung.
00:11:28: War das zielpassend?
00:11:30: War die Dauer ausreichend?
00:11:32: Gab es vielleicht Barrieren oder braucht es eine komplett andere Richtung?
00:11:38: Gesamtplanung bedeutet auch, dass Ende einer Maßnahme vorzubereiten was bleibt danach?
00:11:46: welche Übungen helfen oder Ansprechpartner werden weiter gebraucht und woran erkennt man dass erneut Unterstützung vielleicht sogar notwendig wird.
00:11:58: Bei komplexen Verläufen sollte die betroffene Person ja eine verständliche Übersicht haben, sie muss wissen warum etwas stattfindet und an wen sie sich bei Problem wenden kann.
00:12:12: so ein Rehaplan den nur die Beteiligten verstehen ist für den Betroffenen ungefähr so hilfreich wie eine Bedienungseinleitung.
00:12:20: somit hier ruck lüfen.
00:12:22: Transparenz hilft wirklich allen Beteiligten.
00:12:27: Entscheidungen hängen dann weniger davon ab, wer ja gerade am lautesten ruft sondern stärker und nachvollziehbar den Verlauf von Maßnahmen zu dokumentieren und zu planen.
00:12:44: Und der beste Plan bleibt natürlich veränderbar.
00:12:46: neue befundene Fortschritte oder Belastung können Anpassungen nötig machen.
00:12:52: Ein Plan ist also schließlich nicht so ein Denkmal, er sollte helfen und nicht bewundert werden.
00:12:58: Und dafür genickt häufig eine kurze feste Überprüfung, Ziel beobachten, Veränderungen beobachten, offene Barrieren und den nächsten Schritt auch angucken.
00:13:09: Vier Punkte?
00:13:10: Kein Roman aber genug damit alle wissen wo die Reise hingeht!
00:13:17: Mein Merksatz für heute lautet viele Therapien werden erst dann zur Rehabilitation Wenn Ziele, Reihenfolge und Alltag zusammen passen.
00:13:30: Und vielleicht noch etwas kürzer ein voller Kalender ist kein Reha-Ziel.
00:13:36: das war es von mir hier aus dem schönen Menslage im schönen Herbst.
00:13:41: ich wünsche euch eine schöne Zeit.
00:13:43: bleibt vor allem wie immer gesund bis in zwei Wochen tschüss.
00:13:54: Das war eine Folge von Auf geht's, der Reha-Podcast.
00:13:58: Eine Produktion von Reha Management Nord.
00:14:01: Weitere Informationen über uns finden Sie im Internet unter www.reha-nord.de.