Auf geht-s-der Reha-Podcast!

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Transkript

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00:00:00: Ein Stufenplan kann die Stunden erhöhen, ob die Arbeit wirklich wieder gelegnt entscheidet sich aber an den konkreten Aufgaben.

00:00:09: Heute geht es um die Rückkehr in Arbeit und ja darum warum eine Wiedereingederung deutlich mehr braucht als eine Tabelle mit Wochen und Stunden?

00:00:20: Mehr dazu nach dem Intro!

00:00:30: Mit Tipps und Ideen zur Rehabitation.

00:00:32: Für Unvollopfer, Rechtsvertretungen und Versicherungen.

00:00:40: Schön dass ihr wieder dabei seid bei einer neuen Sendung von Auf geht's der Reha-Podcast.

00:00:46: Heute möchte ich euch von Thomas erzählen.

00:00:49: Der Namen und der Beruf und einige Details sind natürlich verändert Und Thomas hatte nach einem Verkehrsunfall mehrere Verletzungen und war viele Monate arbeitsunfähig.

00:01:02: Er arbeitete in einem mittelständischen Betrieb.

00:01:06: Im Gespräch hieß es, wir starten mit zwei Stunden täglich, dann steigern wir jede Woche und nach sechs Wochen müsste es wieder gehen mit der Arbeit, sagte man so.

00:01:18: Und das klang natürlich ordentlich!

00:01:20: Es gab einen Plan, Daten, Unterschriften

00:01:23: usw.,

00:01:24: was fehlte war eine Beschreibung seiner tatsächlichen Arbeit.

00:01:28: Und genau das war das Problem.

00:01:30: Thomas saß nämlich nicht einfach nur so im Büro, telefonierte viel, bearbeitete Reklamationen, wechselte ständig zwischen Vorgängen und Musterentscheidungen unter Zeitdruck treffen.

00:01:43: und ja der ein oder andere von euch kennt das sicherlich aus seinem Arbeitsleben.

00:01:48: Am ersten Tag bekam er dann genau diese Aufgaben zurück zwei Stunden lang nach einer Stunde weil er erschöpft.

00:01:55: Am dritten Tag machte er dann Fehler und fühlte sich irgendwie gescheitert.

00:02:01: Das Problem war dabei nicht zwingt die Zahl von zwei Stunden, sondern das Problem war der Inhalt dieser zwei Arbeitsstunden.

00:02:13: Eine stufenweise Wiedereingederung kann ein sehr hilfreiches Instrument sein, jemandem wieder zurück ins Arbeitsleben zu bringen.

00:02:22: Dabei geht es... Darum möglich Tätigkeiten nach Art und Umgang ja ärztlich einmal zu beschreiben und festzulegen.

00:02:33: In der Praxis wird trotzdem häufig vor allem über die tägliche Arbeitszeit geredet, dabei können so zwei Stunden ruhige Ablage etwas völlig anderes sein als zwei Stunden Kundenkontakt unter Mega-Zeitdruck und vielleicht noch vielen Telefonaten zwischendurch.

00:02:49: Und deshalb braucht ein guter Wiedereinstieg zunächst Ein Tätigkeitsprofil.

00:02:54: Welche Aufgaben gehören wirklich zu so einem Arbeitsplatz, zu so einer Tätigkeit?

00:03:00: Welche davon verlangen Kraft, Konzentration, Tempo, Kommunikation oder auch Verantwortung?

00:03:09: Dann kommt die zweite Frage welche Anforderungen sind aktuell überhaupt möglich?

00:03:14: nicht theoretisch und nicht an einem besonders guten Tag sondern zuverlässig wiederholt Ja und ohne den restlichen Tag so völlig zu verlieren.

00:03:26: Bei Thomas wurde der Plan noch einmal neu aufgesetzt, dachten wir uns unterhalten hatten.

00:03:31: das ist nicht so gut klappt und er begann mit planbaren Vorgängen ohne Telefonbereitschaft.

00:03:37: Es gab feste Pausen ja und eine erreichbare Ansprechperson.

00:03:43: Nach jeder Woche wurde nicht nur gefragt, hast du die Stunden geschafft?

00:03:48: sondern gefragt wurde auch welche Aufgaben ging denn wirklich gut von der Hand.

00:03:53: Wo traten so Fehler auf?

00:03:56: wie lange dauerte die Erholung und was war das Feedback der Kolleginnen und Kollegen?

00:04:01: Das ist ein wichtiger Unterschied.

00:04:04: So eine Wiedereingliederung ist keine Prüfung die man so besteht oder nicht besteht.

00:04:08: sie liefert Informationen für den nächsten sinnvollen Schritt ins Arbeitsleben zurück.

00:04:15: Dazu gehört auch der Arbeitsplatz selbst.

00:04:18: natürlich gibt es lange Wege, gibt es Lärm Wechselschichten, Frühschicht, Spätschicht und so weiter gibt es schwere Türen die man aufschieben muss ungünstige Sitzmöglichkeiten oder ständig ungeplanten Unterbrechungen entweder durch Kolleginnen und Kollegen oder auch natürlich durch Kundinnen und Kunden.

00:04:36: Und manchmal braucht es nur kleine organisatorische Veränderung und manchmal ja auch Hilfsmittel.

00:04:42: Manchmal eine andere Aufgabenreihenfolge oder manchmal zeigt sich ehrlich das ursprüngliche Ziel noch nicht wirklich so erreicht werden kann.

00:04:53: Das darf natürlich auch angesprochen oder ausgesprochen werden.

00:04:56: und mal ja ein zu schneller Versuch mit einem anschließenden Abbruch hilft niemanden, er belastet den Betroffenen verunsichert das Unternehmen dem Arbeitgeber und erschwert weitere Entscheidungen.

00:05:11: Tragfähig ist nicht der Plan der auf dem Papier so schnell aussieht sondern tragfähig Ja, wenn du selbst betroffen bist und lass dir vorgesehene Aufgaben erklären.

00:05:27: Sprich früh an was dich beschäftigt welche Beschwerden unter Belastung auftreten und wie lange du danach auch eine Erholung brauchst.

00:05:37: Führe während der ersten Wochen vielleicht kurze Notizen an in so ein kleinem Heft.

00:05:41: Arbeitszeiten, Aufgaben, Pausen, Beschwerden und Erholung nicht als Beweistück irgendwie sondern vielmehr als vernünftige Grundlage für vernünktige Anpassungen.

00:05:54: Wenn du Anwältin oder Anwalt bist und zum Fall begleitest, schau neben dem Stundenplan auf das Tätigkeitsprofil.

00:06:02: Stimme die Anforderungen mit den ärztlich beschriebenen Möglichkeiten?

00:06:06: Und ja, und im wirklichen tatsächlich einen Verlauf wirklich übereien.

00:06:10: ist es so?

00:06:11: Oder gibt's da Probleme?

00:06:13: Wenn du bei einer Haftlichtversicherung zum Beispiel arbeitest, ist ein abgestimmter beobachtbarer Einstieg oft wirklich aussagekräftig am Schadensprozess als ein schneller Versuch ohne Arbeitsplatzbezug.

00:06:25: klare Prüfpunkte schaffen Transparenz.

00:06:29: Wenn du Arbeitgeberin oder Arbeitgebern bist, wenn er eine Ansprechperson sorge dafür dass die vereinbarten Aufgaben im Team ja bekannt sind.

00:06:39: gut gemeinte spontane Zusatzaufgaben können dem Plan sonst wirklich aushebeln und wirklich auch zu nicht machen.

00:06:47: Und wenn eine Anpassung nötig ist, sollte das nicht als Niederlage irgendwie gesehen werden sondern Nachsteuern gehört zum Verfahren.

00:06:56: Gerade deshalb braucht es ja nun regelmäßige kurze Rückweite und zB immer so kurz vom Wochenende.

00:07:02: Bei Thomas dauerte die Rückkehr länger als zuerst gedacht aber sie wurde stabil.

00:07:08: Die Aufgaben wurden schrittweise erweitert.

00:07:11: erst danach wurde so die Zeit adaptiert auf das was möglich ist.

00:07:16: Später übernahm Thomas wieder Telefonate und zunächst einzelne vorbereitete Gespräche.

00:07:24: Dann feste Zeitfenster, erst am Ende kam dann wirklich die volle Wechselbelastung zurück und lange Rede kurzer Sinn.

00:07:33: Zeit ist da nur eine Dimension von Arbeit, Inhalt- und Umfeldtempo und Erholung gehören natürlich genauso in so ein Plan hinein.

00:07:41: Ein häufiger Fehler ist die Rückkehr nur zwischen Beschäftigten Behandelnder Praxis zu planen.

00:07:49: Der Betrieb kennt jedoch die tatsächlichen Aufgaben, Abläufe und Spitzenbelastungen.

00:07:55: Diese Informationen gehören mit Zustimmung des Betroffenen rechtzeitig an- und auf den Tisch.

00:08:03: Dabei muss natürlich nicht jede Diagnose im Betrieb wirklich offengelegt werden.

00:08:07: Das ist ganz wichtig.

00:08:09: Entscheidend ist... Welche Tätigkeiten aktuell möglich sind, welche Grenzen gelten und welche Unterstützung wird vereinbart.

00:08:18: So bleibt die Kommunikation auf das Notwendigste wirklich beschränkt.

00:08:22: und ganz wichtig auch der Arbeitswicht darf dabei nicht vergessen werden weil drei Stunden arbeiten kann aber für hin- und rückweg fast die gesamte Kraft ja verbraucht.

00:08:34: er hat noch keinen wirklich tragfähigen Tagesablauf.

00:08:38: Und ein weiterer wichtiger Prüfpunkt ist die Erholung am Folgetag.

00:08:43: Manche Überforderungen zeigt sich nicht sofort am Arbeitsplatz, sondern erst am Abend oder vielleicht am nächsten Morgen und deshalb sollte der Verlauf über mehrere Tage und Wochen wirklich betrachtet und beobachtet werden.

00:08:57: Die Steigerungen sollten ja außerdem nicht mehrere Belastung gleichzeitig verändern, denn wenn Stunden und Aufgabenmenge und Verantwortung in derselben Woche erhöht werden bleibt irgendwie unklar.

00:09:13: Was hat so diese Verschlechterung jetzt ausgelöst?

00:09:16: Und besser ist ein nachvollziehbarer Schritt.

00:09:21: Ein Schrittchen nach dem anderen will ich mal sagen erst eine neue Aufgabe zu erproben, dann auswerten und anschließend über die nächste zeitliche Steigerung zu entscheiden macht da wirklich Sinn.

00:09:33: Auch ein Abbruch braucht eine Auswertung.

00:09:36: man muss ja wissen worum geht es genau?

00:09:38: Was hat genau nicht funktioniert?

00:09:40: welche Warnzeichen Red Flex trafen auf?

00:09:44: Welche Anpassungen wäre möglich?

00:09:46: und ohne diese Fragen wird der Nächste Versuch häufig nur eine Wiederholung und ihr Frust für die betroffene Person.

00:09:55: Ein guter Abschluss der Wiedereingliederung bedeutet schließlich nicht, dass jeder eine Einschränkung verschwunden ist.

00:10:04: Er bedeutet das die Arbeitszeit, Aufgaben und Unterstützung für die nächste Phase verlesstlich geklärt sind.

00:10:12: und mein Merksatz wenn du so willst vor heute lautet.

00:10:17: Eine Wiedereiengliederungen braucht Stundenstufen aber auch Aufgabenstufen und klare Ich würde mal sagen Beobachtungspunkte.

00:10:26: Das war es von mir hier aus dem schönen Menschslage, ich wünsche euch eine schöne Zeit und bleibt vor allem gesund und bis vielleicht in zwei Wochen wieder!

00:10:52: Tschüss!

Über diesen Podcast

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.

von und mit Jörg Dommershausen

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