Auf geht-s-der Reha-Podcast!
00:00:00: Ein Mensch kann medizinisch entlassen sein und trotzdem noch lange nicht wieder im Leben angekommen sein.
00:00:06: Und was passiert eigentlich, wenn die Akutbehandlung abgeschlossen ist aber niemand den weiteren Weg zusammenführt?
00:00:18: Mehr nach dem Intro!
00:00:31: Rechtsvertretungen und Versicherungen.
00:00:38: Ja, das ist genau die Frage um dies heute im Auf geht's der Reha-Podcast geht und über die wir mal missen sprechen wollen.
00:00:46: also wie ihr wisst bin ich Reha Manager und beschäftige mich seit vielen Jahren damit wie Menschen nach so einem schweren Unfall wieder möglichst ja selbstbestimmt am Leben teilhaben können.
00:00:59: Und ja, heute geht es um die Reha-Lücke.
00:01:04: Um den Moment in dem medizinisch schon sehr viel getan wurde der weitere Weg für die Menschen, die betroffen sind aber trotzdem überhaupt noch nicht so ganz klar ist.
00:01:16: und heute hat mich immer wieder eine Geschichte verfolgt aus der täglichen Praxis.
00:01:23: im Prinzip Da geht es um Herrn Neumann, der ist im Jahr er arbeitet als Kundendienstmonter und ist beruflich viel unterwegs.
00:01:34: Und beim privaten Verkehrsunfall erleidet er mehrere Verletzungen am Bein an der Schulter.
00:01:41: Nach der Akutbehandlung folgt noch dann Operationen einige Wochen in einer Reha-Klinik.
00:01:49: Dann kam der Tach der Entlassung, wie das bei vielen Betroffenen so ist.
00:01:53: Und ja und auf dem Papier wenn man so ein Bericht liest da sieht alles geordnet aus Medikamente sind verordnet worden Physiotherapie wird empfohlen im Entlassmanagement.
00:02:04: und Ja der Haushalt soll mal die weitere Behandlung begleiten.
00:02:09: und ja so kommt Herr Neumann dann nach Hause und dort beginnt aber Die freie Wildbahn also eine ganz andere Wirklichkeit.
00:02:17: im Prinzip Die Wohnung liegt im ersten Stock, Treppen kann er nur unter erheblichen Schwierigkeiten bewältigen und zur Physiotherapie sind es ungefähr achtzehn Kilometer.
00:02:30: Seine Frau arbeitet also den ganzen Tag beschäftigt, Autofahren kann und darf er nicht.
00:02:35: Und ja ein Termin bei weiterbehandelnden Fachärzten, die bekommt er erst einige Wochen später.
00:02:42: Niemand hat bisher mit seinem Arbeitgeber irgendwie darüber mal gesprochen welche Tätigkeiten später vielleicht überhaupt noch möglich sind.
00:02:52: Ja wie es überhaupt beruflich weitergehen könnte.
00:02:59: Es fehlt also nicht unbedingt an einzelnen Maßnahmen.
00:03:02: Die könnten natürlich optimaler sein, es fehlt so irgendwie eine Verbindung zwischen diesen einzelnen Massnahmen und genau das ist der Punkt.
00:03:11: Genau das ist eigentlich auch diese Reallücke über die wir uns heute unterhalten wollen.
00:03:16: Eine Reallücke bedeutet nicht automatisch dass keine Versorgung stattfindet.
00:03:22: Häufig gibt es ja Arzttermine, Therapietermine für Ordnungen die umgesetzt werden und natürlich gute Empfehlungen manchmal von den Kegelbrüdern oder wie auch immer.
00:03:34: Aber die entscheidende Fragen bleiben oft offen welches konkrete Ziel soll eigentlich so als nächstes erreicht werden?
00:03:42: wer koordiniert diese Schritte zwischen den Therapeuten und Ärzten?
00:03:46: Und was ist realistisch eigentlich im Alltag umsetzbar?
00:03:50: Und wann wird überhaupt geprüft, irgendwie von irgendwem ab der eingeschlagenen Weg überhaupt funktioniert.
00:03:57: Und Rehabilitation finde ich ist nicht die Summe möglichst vieler Termine.
00:04:02: Rehabitation braucht ein Ziel und einen nachvollziehbaren Weg dahin.
00:04:07: Bei Herrn Neumann wäre das Ziel zum Beispiel nicht einfach nur mehr Physiotherapie zu machen.
00:04:14: Das Ziel müsste... konkreter sein, sicher Treppen zu steigen, Wege zur Behandlung und wieder bewältigen zu können.
00:04:23: Die Schulter wieder ausreichend zu belasten, anschließend müsste schriftweise geprüft werden welche beruflichen Aufgaben sind überhaupt durchgeführt worden?
00:04:34: Und ja was ist eigentlich realistisch für die Zeit nach der Reha?
00:04:38: also was kann übernommen werden?
00:04:40: Und die Frage ist also wo diese Reha Lücken entstehen.
00:04:46: Wie kann man damit umgehen?
00:04:48: Besonders kritisch sind zum Beispiel Übergänge vom Krankenhaus nach Hause, von der stationären Rehabilitation in die ambulante Behandlung oder von der medizinischen Rehablitation zurück ins Berufsleben.
00:05:02: An diesen Übergangsstellen wechseln Ansprechpartner und Zuständigkeiten.
00:05:08: jeder beteiligt an diesem Prozess betrachtet verständlicherweise nur seinen eigenen Bereich.
00:05:16: Der Behandelende Arzt schaut auf die medizinische Versorgung, wo der Therapeut guckt gibt es funktionelle Fortschritte und der Arbeitgeber sagt sich vielleicht naja kommt er wieder an seinen Arbeitsplatz zurück.
00:05:31: Die Haftpflichtversicherung ja die guckt auf den Schadensverlauf der Rechtsanwalt auf die Interessen des Unfallabfalls und die Ansprüche seines Mandanten.
00:05:43: Das sind Glasmanagement an Krankenhäusern, das ist die Realität findet nicht jedenfalls nicht zuverlässig statt.
00:05:50: Das Problem beginnt also dort, wo niemand mehr so das ganze Blick hat.
00:05:54: Und dabei geht es nicht darum andere Beteiligten ihre Aufgaben in irgendeiner Weise wegzunehmen.
00:06:00: Es geht darum Informationen zu kanalisieren zusammenzuführen Ziele abzustimmen und rechtzeitig zu erkennen.
00:06:08: Ja was ist jetzt ein wichtiger Baustein?
00:06:11: Welcher Bausteins fehlt insbesondere?
00:06:14: Also ganz konkret Was wäre eigentlich im Fall von Herrn Neumann wichtig?
00:06:20: Herr Neumann müsste zum Beispiel zunächst geklärt werden, wie er seine Behandlung zuverlässig erreichen kann.
00:06:26: Dann wäre zu prüfen ob die ambulanten Therapien zu den konkreten Eiltags- und auch Berufsziehern überhaupt passen.
00:06:34: Außerdem müsste friedenszeitlich vielleicht mal mit dem Arbeitgeber geschnackt werden.
00:06:40: Das Ganze muss vorbereitet werden.
00:06:42: Nicht mit der Vorschläge natürlich, wann Herr Neumann vielleicht wieder zur Arbeit gehen kann sondern vielleicht mit der Frage welche Anforderungen hat sein Arbeitsplatz tatsächlich und welche Zwischenschritte können später möglich sein?
00:06:56: Da habe ich zum Beispiel für extra ein Fragebogen entwickelt.
00:06:59: Und schließlich braucht es feste Zeitpunkte für eine gemeinsame Überprüfung.
00:07:05: Nicht einfach so weitermachen, sondern klären.
00:07:09: Sind wir an dem vereinbarten Ziel wirklich dran?
00:07:13: Sind wir dem näher gekommen?
00:07:15: und natürlich gibt es immer die drei Perspektiven.
00:07:19: Also ein Haftpflichtversicherer, eine Anwalt und einen Unfallabfer.
00:07:23: Die sehen das alles unterschiedlich!
00:07:25: Mitarbeitende z.B.
00:07:26: von der Haftlichtversicherung, da würde ich sagen schaut bei den schweren Personenschäden besonders auf die Übergänge.
00:07:36: liegt nach der Entlassung wirklich ein umsetzbarer Plan vor oder stehen lediglich einzelne Empfehlungen so ganz nebeneinander und eine frühe Klärung kann dann vielleicht verhindern das wichtige Wochenverlohen gehen und Herr Neumann beispielsweise zu Hause sitzt.
00:07:53: Das leistet zum Beispiel das Reha-Management.
00:07:56: Und ja, für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwelte die sich mit Personenschäden beschäftigen lautet so mein Tipp fragt nicht nur welche Behandlung verordnet wurde sondern fragt eure Mandanten oder Mandanten auch wer denn überhaupt den Verlauf koordiniert.
00:08:14: gibt es das überhaupt?
00:08:16: Was für Teilhabe Ziele werden überhaupt verfolgt und kommen die Maßnahmen überhaupt im Alltag?
00:08:23: Permandanschaft, ja überhaupt an muss man sagen.
00:08:26: Und für Unfallopfer ist es auch ganz wichtig und deren Angehörige ihr müsst nicht jede medizinische oder organisatorische Frage selbst lösen aber ihr dürft nachfragen was ist das nächste konkretes hier?
00:08:42: Wer ist eigentlich dafür der Ansprechpartner oder die Ansprech-Partnerin?
00:08:47: Erkennt ihr, ob die Maßnahme euch wirklich hilft?
00:08:51: Eine Inventur kann da vielleicht helfen.
00:08:54: Aufschreiben macht deutlich mehr.
00:08:56: und ja... Da geht zum Beispiel was fehlt dir an Informationen, wer könnte Ansprechpartner sein
00:09:02: usw.,
00:09:03: also Inventure immer eine gute Strategie.
00:09:07: Reha-Management, sage ich mal, kann an dieser Stelle alle drei Parts unterstützen.
00:09:12: Sie ist neutral, sie ist transparent und fokussiert auf die Ziele.
00:09:18: Wichtig dabei ist der Reha-Manager entscheidet nicht über die medizinischen Behandlung, ersetzt weder Ärzte noch Therapeuten oder sonst irgendwen.
00:09:27: Selbstverständlich bleibt das Unfallopfer der betroffenen Mensch an allen Entscheidungen
00:09:32: beteiligt.".
00:09:33: Denn um ihn oder sie geht es natürlich auch.
00:09:36: Also die Aufgabe besteht daran, die beteiligt miteinander ins Gespräch zu bringen, Hindernisse sichtbar zu machen und aus einzelnen Maßnahmen einen verständlichen Reha-Weg zu entwickeln.
00:09:48: RehaManage benötigt nicht möglichst viel zu organisieren – das bedeutet, dass richtige zur richtigen Zeit miteinander zu verbinden wie du es nennen willst.
00:10:02: Ja, dann kommen wir nochmal zu Herrn Neumann zurück.
00:10:05: Sein eigentliches Problem war nicht dass niemand etwas für ihn tun wollte.
00:10:10: Seim Problem war das die einzelnen doch guten Ansätze noch keinen gemeinsamen Plan irgendwie ergeben haben.
00:10:17: jedenfalls war er nicht erkennbar.
00:10:19: und genau deshalb lohnt es sich bei jedem komplexeren Personenschaden früh eine einfache Frage zu stellen nämlich was greifen Die einzelnen Maßnahmen ineinander und wie greifen sie ineinander?
00:10:37: Und wer behält den Weg zurück in den Alltag überhaupt im Blick.
00:10:42: Wenn diese Frage nicht klar beantwortet werden kann, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine mögliche Reha-Lücke zumindestens auch Versorgungsstücke.
00:10:52: Das war's von mir aus dem Auf gehts der Reha Podcast.
00:10:56: Ich wünsche euch ne schöne Zeit und wie immer bleibt vor allem gesund und vielleicht hören oder sehen wir uns ja in zwei Wochen wieder.
00:11:02: Bis dann, tschüss!