Auf geht-s-der Reha-Podcast!

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Unfallfolgen bewältigen: Warum Motivation im Reha-Management den Unterschied macht - Folge 355

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Schwere Verletzungen nach einem Unfall stellen Betroffene vor massive Herausforderungen. Manche Menschen kehren trotz gravierender körperlicher Einschränkungen ins Leben zurück. Sie bauen sich eine neue Existenz auf. Sie finden Wege, die vorher undenkbar schienen. Andere Personen verzweifeln bereits bei deutlich geringeren Beeinträchtigungen. Sie sehen keinen Ausweg mehr. Was genau führt zu diesen gegensätzlichen Entwicklungen?

Fachleute im Reha-Management beobachten unter anderem drei markante Verhaltensmuster. Eine erste Personengruppe entwickelt trotz erheblicher Unfallfolgen eine erstaunliche innere Stärke. Diese Menschen definieren konkrete Ziele für sich. Sie arbeiten täglich daran, diese Ziele zu erreichen. Ihre Rehabilitation verläuft oft erstaunlich erfolgreich. Eine zweite Gruppe nimmt dagegen eine passive Haltung ein. Diese Personen empfinden sich als Opfer der Umstände. Sie hadern mit ihrem Schicksal. Eine dritte Kategorie konzentriert sich vorrangig auf finanzielle Kompensation. Der Kontakt zur Haftpflichtversicherung dominiert ihren Alltag. Rehabilitation spielt für sie eine untergeordnete Rolle.

Welcher Faktor entscheidet über den eingeschlagenen Weg? Standardisierte Ratgeber zur Motivation liefern selten brauchbare Antworten. Jeder Mensch bringt eine eigene Geschichte mit. Jeder trägt unterschiedliche Ressourcen in sich. Das Schadensrecht schafft zwar klare Regelungen für materielle Ansprüche nach einem Unfallschaden. Die psychische Verarbeitung folgt jedoch keinem juristischen Schema. Sie bleibt zutiefst persönlich und individuell.

Wer nach einem Unfall wieder Kraft schöpfen möchte, muss sich ehrlich mit sich selbst auseinandersetzen. Betroffene sollten herausfinden, welche Werte ihnen wirklich wichtig sind. Bücher und Vorträge können Impulse geben. Sie liefern manchmal wichtige Denkanstöße. Doch sie können den eigenen Prozess nicht ersetzen. Jeder muss seinen persönlichen Weg zur Genesung selbst finden und gehen.

Reha-Management erkennt diese Vielfalt an. Es setzt nicht auf pauschale Erfolgsversprechen. Stattdessen räumt es Betroffenen ausreichend Zeit ein. Es schafft geschützte Räume für die Rehabilitation. Nur unter diesen Bedingungen kann sich langfristige Lebensqualität entwickeln. Der Schlüssel liegt in der individuellen Auseinandersetzung mit den eigenen Unfallfolgen und deren Konsequenzen.


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Über diesen Podcast

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.

von und mit Jörg Dommershausen

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